NRW-Lehrerinnen dürfen Kopftuch tragen – Gesetz wird geändert

kopf

Die Lehrerein aus Castrop-Rauxel wurde entlassen, weil sie das Kopftuch nicht ablegte. Acht Jahre später gibt das Bundesverfassungsgericht ihr Recht.

http://www.derwesten.de/politik/lehrerin-siegt-nach-langem-kopftuch-streit-id10454507.html

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Kommentar:

Aus dem Artikel:

Hintergrund – Kopftuch im Islam

Umstrittenes Symbol

Das Tragen des Kopftuches gehört zu den umstrittenen Symbolen des islamischen Glaubens. Kritiker sehen darin ein Zeichen der Unterdrückung der Frau und ein politisches Symbol des Fundamentalismus.
Ausdruck des Glaubens

Für viele Musliminnen ist die Verhüllung des Kopfes aber vor allem Ausdruck ihres Glaubens oder eine selbstverständliche Tradition.

Was der Koran dazu sagt

Im Koran wird das Verhüllen der Haare nicht ausdrücklich gefordert. Das Gebot des Kopftuchtragens wird unter anderem mit der Sure 24 begründet. Dort führt Vers 31 den Musliminnen die Erfordernisse sittsamen und schamhaften Betragens vor Augen. Das Umschlagtuch (Himar) solle Hals, Ausschnitt und Brust bedecken.
Wie der Koran interpretiert wird

Entsprechende Koranstellen werden von den Anhängern verschiedener Rechtsschulen unterschiedlich interpretiert. Während viele Frauen im Iran, in Saudi-Arabien oder Afghanistan nach den islamischen Gesetzen zusätzlich Schleier tragen, ist es in der Türkei das als politisches Symbol gesehene Kopftuch.

Was der Koran sagt:

Sure 24, Vers 31

Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.
[„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt als „Reize“]
[„Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt als „Busen“]

Sure 24, Vers 60

Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.

Sure 33, Vers 59

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.


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Fazit:

Im Gegensatz zu Kreuz oder Kippa, ist das Kopftuch ein sexistisches Symbol. Es unterstellt allen Männern einen Sexualtrieb, der gesellschaftlichen Unfrieden stiftet.
Frauen sollen ihr Haupt nicht (nur) vor Gott verdecken, sondern vor der Gesellschaft.
Ergo kann man das Bedeckungsgebot für Frauen nicht nur aus religiösem Blickwinkel betrachten, sondern muß gesellschaftliche Umstände berücksichtigen.
Im Zuge von Aufklärung, Emanzipation und freiheitlicher Gesellschaft, ist der Hintergrund, warum sich eine Frau verschleiern soll, nicht zu akzeptieren.

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